Pressebericht vom 09. Oktober 2010

10. Oktober 2010

Pressestimmen aus der Alzeyer Allgemeinen Zeitung zur Berliner Weintrophy und dem Jahr 2010:

BERLIN TROPHY Ökoweingut Metzler belegt Spitzenplatz bei Prämierung / Aufwändige Arbeit im Wingert

Der regennasse August hat die Planungen im Ökoweingut H.W. Metzler in Bermersheim v.d.H. für dieses Jahr nahezu aus der Bahn geworfen und verlangt Weingut-Besitzer Heinz-Walter Metzler und seiner Familie ein ganzes Stück mehr Taktik und Arbeit ab, als eine reibungslose Jahreszeit. „Wir haben dieses Krisenjahr im Vergleich zu …

anderen in der Branche aber ganz gut überstanden“, analysiert Sohn Martin.

Drei Viertel des Lesegutes sind bis dato eingefahren, die Lese ist auf Grund der Witterung so zerstückelt wie noch in keinem Herbst zuvor. „Es ist natürlich, auch wegen des Wetters, immer mehr Arbeit, um den erreichten Standard zu halten“, sagt Martin Metzler.

Auszeichnung als bestes deutsches Ökoweingut

Der Nachwuchswinzer im elterlichen Betrieb, der in Geisenheim die Kunst des Weinbaus und der Önologie studiert, strahlt bei diesen Worten eine Ruhe und Besonnenheit aus, wie man sie nicht erwartet von einem 24-Jährigen, der mitten in der arbeitsreichsten Zeit nicht selten einen 18-Stunden-Tag stemmt. Er ist sich sicher, den Standard zu halten, der Dank der Berlin Trophy, einer internationalen Weinverkostung in der Bundeshauptstadt, weit nach oben gelegt ist. „Wir haben in Berlin zwölf Weine angestellt, zehn davon wurden prämiert“, erzählt Martin Metzler stolz. Damit sicherte sich der kleine Familienbetrieb mit seinen acht Hektar Weinstöcken den Spitzenplatz als bestes Ökoweingut der Republik. International mussten sich die Bermersheimer nur einem 20-mal größeren Konkurrenten aus Italien geschlagen geben.

„Für uns ist solch ein Wettbewerb natürlich ein Prädikat“, zieht Martin Metzler zufrieden Bilanz. Sein Vater hatte in den vergangenen Jahrzehnten noch bewusst auf Wettbewerbe verzichtet, lieber auf die Qualität des Weines beim Verbraucher gesetzt.

Seit 1978 betreibt die Familie auf ihrem Hof Ökoweinbau. Es ist eine Einstellungssache, seit Heinz-Walter Metzler in einem Chemielabor kennen lernen durfte, was in herkömmlichen Weinen so alles drin sein darf, erinnert Sohn Martin an die Anfänge. Seitdem geht es Jahr um Jahr um die Liebe zum Detail und Akribie im Umgang mit der Natur. Wie in diesem Jahr. „Wir haben genau aufs Qualitätsmanagement im Weinberg geachtet. Da wir keinen Stickstoffdünger verwenden können, streuen wir im Frühjahr unsere Wolfsmischung aus Knöllchenbakterien und Grünmasse“, erklärt Martin Metzler.

Im Sommer werde der Boden dann in der Regel umbrochen, um ihn mit Stickstoffen anzureichern und den Reben zu besserem Wuchs zu verhelfen. „Darauf haben wir diesmal verzichtet, lieber das Grün überall stehen lassen. So bleibt die Feuchtigkeit auch in den Pflanzen“, so der Jungwinzer. Die Reben wurden nicht so groß, die Trauben dafür aber auch nicht so wässrig. „Zusätzlich haben wir konsequent Laubwandarbeit gemacht, im Juni die Schattenseite, im September die Sonnenseite entblättert“, verweist der Student auf die nun komplett frei stehenden Trauben, die von der Fäulnis kaum betroffen sind. „Wir versuchen die Trauben so luftig wie möglich zu bekommen“, sagt Martin Metzler. Rund zehn Prozent Verlust durch Vogelfraß nimmt er dafür in Kauf.

Erster Jahrgang Cabernet Blanc war der Renner

Um die enorme Qualität der Selektionslinie S, die in diesem Jahr mit einem Weißen Burgunder Spätlese den Ecowinner des Ecovin-Verbandes stellt, zu bekommen, überlassen die Metzlers nichts dem Zufall – und brechen auch mit der Tradition. „Cabernet Blanc“ ist seit zwei Jahren ein Zauberwort im Haus. Die Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Züchtersorte G 937 ist besonders widerstandsfähig. „Allerdings auch extrem fruchtaromatisch, mit sehr guten Mostgewichten und guter Qualität“, sind sich die Beiden einig. Bislang sind sie die Einzigen in Rheinhessen, die einen Jahrgang produzierten. Mit Erfolg: „Wir waren damit nahezu ausverkauft.“ Der nächste soll noch besser werden, und dem Ökoweingut die nächsten Prämierungen sichern.

Quelle: Allgemeine Zeitung Alzey
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